flyer2Ärgern Sie sich über schlechte Bewertungen?

Ärzte leben davon, dass sie im Internet gefunden werden. Gerade Privatpatienten informieren sich auf Bewertungsplattformen wie Google und Jameda, bevor sie sich für einen Arzt entscheiden. Dort hinterlassen aber häufig nur unzufrieden Patienten ihre Kommentare. Und manchmal eben auch Menschen, die nicht einmal Patient waren.

Eine einzige Bewertung mit nur einem Stern kann eine Vielzahl positiver Bewertungen im Ergebnis zunichtemachen.

Häufig können sich Ärzte gegen anonyme Bewertungen erfolgreich wehren. Ob das auch in Ihrem Fall so ist, prüfen wir gerne gemeinsam mit Ihnen.

 

Strömer, Finger weg von diesem Arzt, Der Deutsche Dermatologe 2014, 508

Strömer, Hat der seine Zualssung auf der Rolltreppe gefunden?, Der Deutsche Dermatologe 2018, 202

 

 

 

lg hamburgDie Google Germany GmbH in Hamburg haftet nicht für falsche Bewertungen bei Google My Business. Das jedenfalls sieht das Landgericht Hamburg so (LG Hamburg. Urt. v. 27.01.17, 342 0 428/16).

lg augsburgWenn der Betreiber eines bewertungsportals einen Beitrag auf die Rüge eines Betroffenen hin nicht entfernt, sondern lediglich überarbeiet, macht er sich de verbleibenden Inhalte zu eigen. Er haftet dann selbst für unzulässige Äußerungen, die noch im Beitrag enthalten sind (OLG Dresden, Urt. v. 06.3.18, 4 U 1403/17).

 

bghWenn ein Arzt auf einem Bewertungsportal (hier: Jameda) bewertet wird, dann enthält eine solche Rezension regelmäßig auch die Tatsachenbehauptung, dass ein Behandlungskontakt überhaupt stattgefunden hat. Wenn der Rezensent gar nicht Patient war, ist die Tatsachenbehauptung falsch. Dem Arzt steht dann ein Unterlassungsanspruch zu (BGH, Urt. v. 01.03.16, VI ZR 34/15 – Ärztebewertungsplattform).

bghDer Bundesgerichtshof hat einen Forenbetreiber in die Haftung genommen, weil er seine Neutralität verletzt hat (BGH, Urt. v. 04.04.17, VI ZR 123/16). Anstatt eine Ärztebewertung einfach zu veröffentlichen, hat der Betreiber nach eigenem Gutdünken Änderungen vorgenommen.

olg muenchenDas Oberlandesgericht München hat entschieden, dass nicht nur eine unwahre Schilderung einer Behandlungssituation aus einem Bewertungsportal zu entfernen ist. Wenn auf einer solchen falschen Darstellung auch eine Bewertung in Schulnoten beruht, ist auch diese Bewertung zu löschen (OLG München I, Beschl. v. 17.10.14, 18 W 1933/14).

lg hamburgWird Google über möglicherweise falsche Tatsachenbehauptungen informiert, die in einer Bewertung aufgestellt werden, muss der Plattformbetreiber binnen vier Tagen das »Stellungnahmeverfahren« einleiten, also mit dem Autor der Bewertung Kontakt aufnehmen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der zu prüfende Sachverhalt überschaubar und die Beschwerde des Betroffenen hinreichend konkret gefasst ist (LG Hamburg, Urt. v. 24.03.17, 324 O 148/16). 

bghZur Zulässigkeit der Erhebung, Speicherung und Übermittlung von personenbezogenen Daten im Rahmen eines Arztsuche- und Arztbewertungs-Portals im Internet (BGH, Urt. v. 23.09.14, VI ZR 358/13)

lg berlin littenstrasseEine Klage gegen die in Irland ansässige Facebook Ireland Ltd. kann nach Ansicht des Amtsgerichts Berlin Mitte dort auch ohne Übersetzung in die englische Sprache wirksam zugestellt werden. Aufgrund des Umfangs der geschäftlichen Tätigkeit in Deutschland ist davon auszugehen, dass im Unternehmen Mitarbeiter vorhanden sind, die sich um rechtliche Auseinandersetzungen mit den Kunden in Deutsch kümmern können (AG Berlin-Mitte, Urt. v. 08.03.17, 15 C 364/16)

bghNeben der grundsätzlichen Zulässigkeit von negativen Bewertungen auf Jameda ist auch die Anonymität der Patienten auf Jameda zulässig und sogar von der Rechtsprechung erwünscht. Der Bundesgerichtshof hat deshalb zu Lasten eines Arztes entschieden (BGH, Urt. v. 01.07.14, 345/13 – Sanego). 

lg muenchen i

Das Landgericht München I hat der Jameda die Beweislast für die Richtgigkeit einer Zahnarzt-Bewertung auferlegt (LG München I, Urt. v. 03.03.17, 17 O 1870/15). Der Arzt war von einem angeblichen Patienten anonym mit der Schulnote 5 bewertet worden, weil er angeblich eine Kronenbehandlung mangelhaft durchgeführt hatte. Auf die Rüge des Arztes hin, er kenne den Patienten überhaupt nicht, legte Jameda nach Rücksprache mit dem Rezensenten eine nahezu vollständig geschwärzte E-Mail vor. Das reichte dem Landgericht München I als Beleg für den Behandlungskontakt nicht aus. Die Kollegen HÖCKER berichten davon, dass die Jameda die zunächst eingelegte Berufung gegen die Entscheidung zwischenzeitlich zurückgenommen hat.

 

Aus unserem Angebot

markeSie möchten Ihre Wunschmarke, Ihren Werbeslogan oder Ihr Logo als Marke schützen? Wir zeigen Ihnen, wie das geht, und melden die Marken für Sie an. Unser Honorar: Deutsche Marken: 446,25 € (375,00 € zzgl. MwSt.), Unionsmarken und IR-Marken: 892,50 € (750,00 € zzgl. MwSt.).

Aus unserer Praxis

Sie interessieren sich dafür, bei welchen Entscheidungen wir am Verfahren beteiligt waren? Schauen Sie in unsere Entscheidungssammlung. Sie erkennen unsere Mitwirkung am Zeichen eigenesache im Leitsatz der Entscheidung.

Zum Seitenanfang