Ob und unter welchen Umständen ein »Außerhausverkauf« derzeit möglich ist, richtet sich nach der CoronaschutzVO NRW.

Friseurbetriebe werden dort nicht mehr ausdrücklich angesprochen. Beim Außerhausverkauf geht es aber um Handel, der in § 5 CoronaSchutzVO NRW geregelt ist. In Absatz 1 heißt es dort:

(1) Zulässig bleiben der Betrieb von
1. Einrichtungen des Einzelhandels für Lebensmittel, Direktvermarktungen von landwirtschaftlichen Betrieben, Abhol- und Lieferdiensten sowie Getränkemärkten [...]

Erlaubt sind danach »Abhol- und Lieferdienste«. Da die Vorgabe nicht auf Lebensmittelgeschäfte und Restaurants beschränkt ist, gilt sie auch für alle anderen Bereiche des Einzelhandels.

Ein bloßer Abverkauf im Salon ist damit unzulässig. Gestattet wäre es aber, dass Kunden per Telefon, E-Mail oder über die Website Waren bestellen, die sie dann anschließend selber abholen. Zulässig wäre es sogar, diese Waren im Laden zum Verkauf zur Abholung bereitzustellen. Zu beachten ist dann aber § 5 Abs. 1 S. 2 CoronaSchutzVO:

Die Anzahl von gleichzeitig im Geschäftslokal anwesenden Kunden darf eine Person pro zehn Quadratmeter der für Kunden zugänglichen Lokalfläche nicht übersteigen.

Wenn die Produkte im Eingangsbereich zur Abholung bereit gehalten werden, sollte also immer nur ein Kunde gleichzeitig eingelassen werden. Außerdem sind Abs. 4 und Abs. 6 zu beachten:

[…] die Abholung bestellter Waren durch Kunden ist nur zulässig, wenn sie unter Beachtung von Schutzmaßnahmen vor Infektionen kontaktfrei erfolgen kann.

und

Alle Einrichtungen haben die erforderlichen Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlangen und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen zu treffen.

Online bestellt und im Laden zur Abholung bereitgestellt dürfen auf diese Weise neben individuell zusammengestellte Tinkturen dann auch Shampoos, Bürsten und anderer Haarpflegebedarf.